Kommentar der Studierenden des Akademischen Senats zum Streit um das Präsidium

Liebe Kommiliton*innen,


wie einige von euch vielleicht durch den Tagesspiegel erfahren haben, wurde in einer außerordentlichen Sitzung des Akademischen Senates (AS) über die Vorwürfe gesprochen, dass, ohne Wissen des AS, durch die Kanzlerin Bör eine Personalagentur zur Suche von Gegen-bzw. mitkandidierenden des amtierenden Präsidenten Zieglers für die 2022 anstehende Präsidentschaftswahl beauftragt wurde.

Als AStA- und AS-Mitglieder haben wir selbst erst als eine der letzten Gruppen, zum Teil auch aus der Zeitung, davon erfahren. Allein dies ist ein Punkt, an dem wir als Studierende hellhörig und wachsam werden müssen. Denn der AS und auch die Universität besteht aus mehr Statusgruppen als nur der Professor*innenschaft, aus deren Teilen der Vorstoß für eine Veränderung der Wahlbedingungen durch eine Personalagentur an die Kanzlerin rangetragen wurde. Der AS ist das höchste universitäre Gremium (bestehend aus unterschiedlichen politischen Ansichten) und wählt zusammen mit dem erweiterten AS auch den*die Präsident*in. Durch die Umgehung dieses Gremiums wurde nicht nur der Ruf der Universität beschädigt, sondern auch demokratische Vorgänge außen vor gelassen.

Jetzt braucht es eine lückenlose Aufklärung, Konsequenzen für die Verantwortlichen und vor allem eine „saubere“ Wahl. Hierfür halten wir eine Neuausschreibung sowie die Verschiebung des Wahltermins für sinnvoll. Künstlich hergestellter Zeitdruck oder eine vermeintliche Alternativlosigkeit sind kein Argument dafür, das bereits begonnene und negativ belastete Verfahren weiterlaufen zu lassen. Wir wollen gute Kandidat*innen, um dann den*die Beste zur*zum Präsident*in auszuwählen.

Dafür sowie für eine Ausweitung von Mitbestimmung von Studierenden anstelle der Beschneidung demokratischer Rechte setzen wir uns gemeinsam ein.