Sichere Teilhabe für Alle! - Statement zum Fall der Maskenpflicht an der FU

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Seit dem 26. Mai 2022 ist das Tragen von FFP2-Masken in Innenräumen der Universität keine Pflicht mehr. Nach großen Teilen des öffentlichen Raumes werden nun auch die Räume der Lehre und Bildung noch unsicherer. 

 

Die Wirksamkeit von (FFP2-)Masken wurde in zahlreichen Studien belegt, das Tragen stellt für die meisten von uns kaum eine Hürde dar. Aber in der Pandemie, die auch nach 2 Jahren noch nicht vorbei ist, kann diese einfache Handlung Leben schützen. Insbesondere be_hinderte und chronisch kranke Personen, die seit Beginn der Pandemie mit am stärksten betroffen und gefährdet sind, werden durch diese politische Entscheidung verhöhnt und ausgeschlossen. 

Aber auch unabhängig vom eigenen Risikostatus müssen wir uns gegenseitig wirksam vor Infektionen schützen können. Auf diese wiedergefundene "Normalität", die so viele Menschen zurücklässt und unser aller Gesundheit gefährdet, können wir verzichten!

Es ist unverantwortlich und unsolidarisch durch fehlenden Infektionsschutz Studierende, insbesondere be_hinderte und chronisch kranke, vom Studium auszuschließen oder ihnen dieses nur unter Gefahr für ihre eigene Gesundheit zu ermöglichen. Ein Appell ("dringende Empfehlung") zum Weitertragen der Maske ist nicht genug!

Wir fordern deswegen Universität und Politik auf, Lösungen zu finden, die chronisch kranke Menschen und Menschen mit Behinderung nicht von gesellschaftlicher Teilhabe ausschließen, für dieses und das kommende Semester. Dazu müssen dringend Hybrid- und Online-Optionen für Lehrveranstaltungen angeboten werden.

Wir fordern von Universität und Dozierenden, Möglichkeiten zu schaffen, die Allen eine möglichst sichere Teilnahme an Lehrveranstaltungen ermöglichen. 

Wir fordern eine Abschaffung der Anwesenheitspflicht, damit be_hinderte, chronisch kranke Menschen und Menschen der Risikogruppen nicht zwischen eigener Gesundheit und ihrem Universitätsabschluss entscheiden müssen.

 

 

--- english version ---

As of May 26, 2022, wearing FFP2 masks indoors at the University is no longer mandatory. Following large parts of the public space, teaching and educational spaces are now becoming even more unsafe as well.

The effectiveness of (FFP2) masks has been proven in numerous studies, wearing them is hardly a hurdle for most of us. But in the pandemic, which is not over even after 2 years, this simple act can protect lives. In particular, disabled and chronically ill individuals, who have been among the most affected and at risk since the pandemic began, are being ridiculed and excluded by this political decision. 

But regardless of our own risk status, we must be able to protect each other effectively from infection. We can do without this restored "normality" that leaves so many people behind and endangers the health of all of us!

 

It is irresponsible and unsolidary to exclude students, especially disabled and chronically ill students, from studying or forcing them to study at the risk of their own health. An appeal ("urgent recommendation") to continue wearing masks is not enough!

 

We therefore call on the university and politicians to find solutions that do not exclude chronically ill people and people with disabilities from social participation, for this and the coming semester. Hybrid and online options for courses must be offered as soon as possible.

We demand that the university and lecturers create options that allow everyone to participate in courses as safely as possible. 

We call for the elimination of compulsory attendance so that disabled, chronically ill, and at-risk people do not have to choose between their own health and their university degree.